Zukunft Atteltal

Unser Titelbild zeigt einen Blick auf das Landschaftsschutzgebiet nördlich von Aßling. Foto: privat


Unsere Forderungen an Politik und Bahn 

Die Gründung der Bürgerinitiative „Schützt Aßling und das Atteltal“ erfolgte anlässlich des geplanten Ausbaus des Brenner-Nordzulaufs zwischen Grafing und Ostermünchen durch eine zweigleisige Hochgeschwindigkeitstrasse.

Unsere Kernziele haben wir in einem Positionspapier folgendermaßen definiert:

Umgehung von Siedlungsgebieten
Umgehung von Natur- und Landschaftsschutzgebieten
Unbeeinträchtigte Aufrechterhaltung des ÖPNV und Erhalt des Bahnhofs Aßling
Größtmögliche Tunnelanteile bei der Neubaustrecke mit Renaturierung der Landschaft

Im Vorfeld der Trassenauswahl haben Hunderte von Bürgern aus Aßling und benachbarten Orten unsere Forderungen durch ihre Unterschrift unterstützt .
Stand am 14.06.2022, ausgezählt und schriftlich bestätigt durch Aßlings Bürgermeister Hans Fent: 648.

Dieses Ergebnis wurde der Presse, den zuständigen Vertretern der Bahn sowie folgenden Politikern mitgeteilt:

  • Gemeinderat Aßling über Bürgermeister Hans Fent
  • Landrat Robert Niedergesäß
  • MdL Thomas Huber
  • MdL Doris Rauscher
  • MdB Andreas Lenz
  • Bayerischer Verkehrsminister Christian Bernreiter und Ministerpräsident Dr. Markus Söder über das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
  • Bundesverkehrsminister Volker Wissing

Unser Standpunkt zur Auswahl der Trasse Limone

Die DB hat am 13.07.2022 die im Auswahlverfahren eindeutig begründete Entscheidung für die Grobtrasse Limone bekanntgegeben.
Durch diese Auswahl werden das Landschaftsschutzgebiet und das FFH Attelleiten geschont und das dicht besiedelte Nadelöhr am Aßlinger Bahnhof umgangen.

Damit sind drei unserer Kernziele erreicht.
Das begrüßen wir und danken in diesem Zusammenhang allen unseren Unterstützern.

Nichtsdestotrotz entstehen durch diese Auswahl individuelle Betroffenheiten entlang der geplanten Neubautrasse. Mit dem Ziel, dass Anwohner und Landschaft optimal geschützt werden, tritt unsere Bürgerinitiative für eine Optimierung der Trasse Limone im weiteren Planungsverlauf ein. Aus unserer Sicht heißt das höhere Tunnelanteile an sensiblen Stellen und maximalen aktiven Lärmschutz, wo Untertunnelung technisch nicht möglich ist.

Unser Standpunkt zu den Reaktionen aus der Politik

Leider – und unverständlicherweise – stößt die Wahl der Trasse Limone in politischen Kreisen in der Region auf heftigen Widerstand.
Die öffentlichen Äußerungen der Politiker lassen sich in drei Kernaussagen zusammenfassen:

  1. Trasse Limone sei “ein Schlag ins Gesicht … der Bürgerinnen und Bürger“ (Thomas Huber) bzw. „aller betroffenen Anwohner“ (Andreas Lenz).
    Bei den Bürgern bestehe dagegen „eine sehr hohe Akzeptanz“ (Doris Rauscher) für Trasse Türkis.

    Ungeklärt bleibt, worauf sich diese Aussagen stützen. Seriöse Zahlen dazu werden nicht genannt.
    Beim Vorschlagsverfahren im September 2021, als sich alle Bürger definitiv beteiligen konnten, waren nur 27 von über 200 Vorschlägen für eine Streckenführung entlang der Bestandsgleise. Der weitaus höchste Anteil der Bürgervorschläge lag im Bereich der späteren Trasse Limone.
    Und dass in Aßling der bestandsnahe Ausbau mit Hunderten von offiziell bestätigten Unterschriften abgelehnt wurde, wird von den wortführenden Politikern und Politikerinnen schlichtweg unterschlagen. Die Information darüber lag allen schriftlich vor.

  2. Trasse Türkis sei „ mit Abstand am bürger- und landschaftsverträglichsten“ (Thomas Huber.)

    Absurderweise führt Trasse Türkis aber ohne jeden Tunnelanteil längs durch das FFH Attelleiten und durch dicht besiedeltes Gebiet mit hohem Raumwiderstand wie das Aßlinger Nadelöhr. Beim Kriterium „Mensch – Gesundheit und Wohlbefinden“ ist sie durchgefallen. Verschwiegen wird auch, dass für den Bau der Trasse Türkis ein Wohnhaus mit fünf gemeldeten Personen abgerissen werden müsste.

  3. Man werde „diese Entscheidung so nicht hinnehmen und auf allen Ebenen weiterkämpfen“ (Andreas Lenz) bzw. man sage „zurück auf Los“ (Robert Niedergesäß).

    Wir sehen es kritisch, dass mit diesen Aussagen angekündigt wird, das abgeschlossene Auswahlverfahren kippen zu wollen, das anhand eines mit der Region vor Planungsbeginn abgestimmten Kriterienkatalogs durchgeführt wurde. Wir sehen es kritisch, dass mit diesen Aussagen angekündigt wird, das abgeschlossene Auswahlverfahren kippen zu wollen, das anhand eines mit der Region vor Planungsbeginn abgestimmten Kriterienkatalogs durchgeführt wurde. Und das zugunsten einer Trasse, die nicht einmal den Anforderungen entspricht, die im Koalitionsvertrag der Bayerischen Staatsregierung (2018-2023) festgeschrieben sind:
    Bei einem Ausbau wollen wir maximale Anwohnerfreundlichkeit, d.h. Lärm- und Landschaftsschutz, vorrangig durch eine weitgehend unterirdische Streckenführung.“

Unser Fazit

Aufgrund der Reaktionen der hiesigen Mandatsträger bleiben unsere vier ursprünglichen Kernforderungen unverändert aktuell.
Weitere Aktionen behalten wir uns vor.

Aßling, den 05.08.2022

Archiv

Hier finden Sie unsere Presseerklärung vom 14.07.2022 zum Download

Hier finden Sie unser Positionspapier zum Download

Möchten Sie das Anliegen der Bürgerinitiative mit Ihrer Unterschrift unterstützen?

Hier finden Sie die Unterschriftenliste zum Download

Unsere Mailadresse: info[at]zukunft-atteltal.de

Aßling, den 04.08.2022